NABU Uelzen e.V. » Arbeitskreis Natur

"Unnötige Zersplitterung?" oder gar "Eifersüchtige Konkurrenz"?

Im Landkreis Uelzen gibt es z.Z. sechs Naturschutzverbände, die nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz anerkannt sind. Dies sind außer den großen allgemeinen Verbänden BUND und NABU die mitgliedstarke Jägerschaft, der Sportfischerverband, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltschutz.

Wie die Namen der Verbände schon erkennen lassen, haben sie sich offenbar bei aller Gemeinsamkeit in Punkto Natur- und Umweltschutz unterschiedliche Schwerpunkte für ihre Ziele gesetzt. Um gegen die mächtigen Kräfte der Wirtschaft wenigstens einige Erfolgschancen zu haben, ist es mehr denn je notwendig wenigstens einen Grundkonsens zu entwickeln und gemeinsam dafür einzustehen.

Da einige Verbände nicht nur den Schutz, sondern auch die Nutzung der Natur betreiben, kommt es hin und wieder durchaus zu Interessenskonflikten was z.B. den Artenschutz anbetrifft. Vielfach gibt es diesbezüglich aber auf allen Seiten vor allem an der Basis noch viele Vorurteile, die mögliche Veränderungen in der Meinungsbildung der anderen einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Das lässt sich ändern!

Seit Beginn des Jahres 2002 ist im Landkreis Uelzen ein wichtiger Schritt zur Gemeinsamkeit der Naturschutzverbände auf den Weg gebracht worden. Anlass dafür war die Findung eines gemeinsamen beratenden Mitglieds der Naturschutzverbände für den Umweltausschuss des Landkreises Uelzen. Die versammelten Vertreter der Verbände einigten sich darauf, dass ich vom NABU Uelzen e.V. die Aufgabe wahrnehmen solle. Als mein Vertreter im Verhinderungsfall zu sein, wurde Herr Grüntjens von der Jägerschaft gebeten.

Auf Vorschlag von Herrn Utermark wurde aber ein Weiteres beschlossen: das regelmäßige Treffen der Vertreter der Verbände im neugebildeten "Arbeitskreis Natur" zwecks notwendiger Koordinierung der Naturschutzarbeit im Landkreis Uelzen. Als Umweltausschussmitglied wurde ich (Peter Block - Vorsitzende des NABU Uelzen) zum Sprecher des Arbeitkreises ernannt.

Der Arbeitskreis tagte im Jahr 2002 bereits vier mal. Als ganz wichtig empfinde ich den Arbeitskreis als Ausspracheforum, als reiche Informationsquelle und als beachtliche Einflussverstärkung, um gemeinsam und effektiv für die Natur zu handeln. Durch die konstruktive und fachliche Haltung der einzelnen Mitglieder verspreche ich mir wirkungsvolle Erfolge.

In den vergangenen zwei Jahren entwickelt sich die Zusammenarbeit der Naturschutzverbände im Landkreis durch die Gründung des "Arbeitskreis Natur" recht positiv. Die Bündelung der Kräfte setzt ungeahnte Kräfte frei und bringt Erfolge, die in der Presse der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnten. Zu nennen sind da besonders:

die Erweiterung der Ellerndorfer Heide (Eine weitere Vergrößerung ist geplant). Aber auch die Formulierung einer gemeinsamen Position zur künftigen Nutzung der Windenergie und anderer alternativen Energien wurde vorgestellt. Sie dient der Unterstützung der Samtgemeinden, durch Flächennutzungspläne dem Wildwuchs von Windkraftanlagen Einhalt zu gebieten. Die Fertigstellung der F-Pläne ist absehbar. Damit werden nur noch wenige Potentialflächen für Anlagen unter 100 Meter Gesamthöhe von großen Ausschlussflächen umgeben sein.

Vieles läuft aber auch von der Öffentlichkeit unerkannt ab, weil dank der breiten Informationsmöglichkeit der Partner im Vorfeld manche Gefahr abgewendet werden kann. Angesichts des immer größer werdenden Naturverbrauchs - auch in unserer Region - ist höchste Wachsamkeit angesagt. Der Arbeitkreis ist dafür ein Forum, dass Gefahren rechtzeitig erkennt und dann gemeinsam versucht, durch Sachargumente auch auf kurzem Wege Schlimmstes zu verhindern.

Seit Ende 2006 ist Karl-Heinz Köhler Sprecher des AK Natur.