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Bestandssituation der Schleiereule im Kreis Uelzen

Die Schleiereule zählt wohl zu unseren schönsten heimischen Eulen. Sie hat ein weltweites, überwiegend tropisches Verbreitungsgebiet.

Keine andere Eulenart hat sich so stark an den Menschen angeschlossen wie die Schleiereule. Sie brütet fast ausschließlich in von Menschen errichteten Gebäuden wie Kirchtürmen, Scheunen, Ruinen und anderen wenig belebten Gebäuden. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Mäusen. In mäusearmen Jahren spielen auch Kleinvögel eine größere Rolle im Nahrungserwerb. Als nachtaktiver Vogel relativ milder Klimabereiche jagt die Schleiereule vorwiegend auf Weiden und Wiesen insbesondere Wühlmäuse.

Bestandssituation der Schleiereule im Kreis Uelzen
JahrNistkästen in OrtenAnzahl KästenBruten in OrtenAnzahl der BrutenErfolgreiche BrutenZweitbrutenAnzahl JungeDurchschn. Junge
201628064076817523124,2
2015270630436359112844,8
20142656201015154865,7
2013265620663082,7
2012265620425250193036,1
20112606001821166714,4
20101755801718177885,2
200926056074746152454
200825054012313311503593,1
200723052094121109295755,3
200622748026262401094,5
200522041013014112855604
2004210380608073204005,5
200319035029292901254,3
200217531079817902623,3

Ihr Bruterfolg hängt vom Nahrungsangebot im Frühjahr bis Herbst ab und ihr Bestand von der Härte der Winter, da die Schleiereule als ortstreuer Standvogel nicht ausweicht. Sobald die Schneedecke über 7 cm hoch ist und längere Zeit liegen bleibt, wird es für diese schöne Eule schwierig zu überleben. Harte Winter wirken sich deshalb so gravierend aus, weil bis zu 90 % des Bestandes verhungern kann. Im Gegensatz zu anderen Greifvögeln und Eulen kann die Schleiereule wenig Fettreserven speichern. Unter günstigen Bedingungen kann sich allerdings der Bestand auf Grund der starken Vermehrungsrate nach einigen Jahren wieder erholen.

Um in den Wintermonaten an ihre Hauptnahrung zu kommen, braucht die Schleiereule die dörflichen Gebäude. Diese Gebäude werden auch als Tages Schlafplätze und zur Unterbringung von Bruten genutzt. Deshalb ist es besonders wichtig, daß geeignete Gebäude Einflugmöglichkeiten bieten bzw. wenn diese vorhanden sind auch offen gehalten werden oder neu geschaffen werden.

Hauptfeinde der Schleiereulen, besonders für ihre Bruten, sind Marder und Katzen. Untersuchungen in den 70er Jahren zeigten einen alarmierenden Rückgang des Bestandes. Es wurde festgestellt das Schleiereulen in erster Linie durch Brutplatzmangel und Straßenverkehr gefährdet sind. Damit die Schleiereule nicht ausstirbt,  muss ihr geholfen werden.

Um den Bestand der Schleiereule in unserer Region zu erhöhen und zu stabilisieren, haben der NABU Uelzen und andere interessierte Mitstreiter bis zum Frühjahr 2012 in ca. 265 Ortschaften des Landkreises Uelzen in Zusammenarbeit mit Landwirten und sonstigen Liebhabern dieser Eulen in deren Scheunen und sonstigen Gebäuden ca. 620 Brutkästen weitestgehend mardersicher angebracht.

Außerdem brüteten in den Nistkästen insgesamt 56 Paare Turmfalken erfolgreich, 8 Paare Waldkäuze, 11 Paare Dohlen und auch 20 Hornissenvölker nutzten bevorzugt diese Kästen für ihre Bruten.