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Tätigkeitsbericht des Vorstands für das Jahr 2010

Die meist zeitaufwändigen Tätigkeiten verteilten sich auf wenige Vorstands- und Beiratsmitglieder sowie zusätzliche Helfer. Die „Neue Arbeit“ und die IDA wurden zur Hilfe geholt. Dafür gebührt allen Beteiligten unser ganz besonderer Dank.

Bevor ich aber zu den Tätigkeiten komme, liegt es mir zunächst am Herzen, einige für mich und unsere NABU-Gruppe wichtige Vorbemerkungen zu machen.

Von Jahr zu Jahr sind die Anforderungen zur Verwirklichung unserer Naturschutz-ziele stetig angewachsen. Ein nur kleiner Kreis von Aktiven wird damit aber zeitlich immer mehr überfordert. Dieser lässt sich aber nicht entmutigen, weil er weiß, dass ihm der Naturschutz sehr viel bedeutet und gerettet werden soll, was zu retten ist. Viele Problembereiche müssen wir aber leider unbearbeitet liegen lassen. Wir brauchen deshalb noch mehr Verstärkung, um uns um weitere Brennpunkte kümmern zu können.

Vor 20 Jahren beschäftigten wir uns allein mit Biotop -und Artenschutz, sowie mit der Öffentlichkeitsarbeit. In der Regel konnten wir uns noch an der Natur erfreuen. Heute sehen wir uns immer mehr mit den überaus bedrohlichen Auswirkungen einer intensiven und industriellen Landwirtschaft fast hilflos konfrontiert.

Kurzsichtig wird unsere Umwelt immer mehr und ohne Rücksicht auf die Zukunft für einen kurzfristigen Nutzen ausgebeutet. Beispielhaft dafür zu nennen sind:

um nur einiges zu nennen.

Für einige Vertreter der Wirtschaft wird darin der unausweichliche Fortschritt gesehen, der möglichst noch gesteigert werden muss.
Doch sägen wir nicht vielmehr den Ast ab, auf dem wir sitzen? Geht es wirklich nicht anders? „Alternativlos“ ist m. E. zu Recht das Unwort des Jahres 2010 geworden!

Ich erinnere mich an meine Schülerzeit: Wie wurde die Atomenergie anfangs als zukunftsweisend, als saubere und billige Energie hochgejubelt! Seit langem zeigen uns aber die Kraftwerksunglücke die hohen Risiken, die wir eingegangen sind. So beklagen wir auch, dass die Frage der Entsorgung des Atommülls von Anfang an schöngeredet und auf die lange Bank geschoben wurde. Und noch immer ist für die nächsten 20 Jahre keine Lösung in Sicht. Nutzlos vertan wurden und werden zur Schadensbegrenzung immer mehr Milliarden. Ein Fass ohne Boden!

Auch auf anderen Gebieten agieren die Verantwortlichen m. E. heute nicht anders. Neue Bedrohungen werden bewusst in Kauf genommen oder verschleiert.

Was wird es kosten, wenn wir in spätestens 20 Jahren in Niedersachsen soviel gesundheitsschädliches Nitrat im Grundwasser haben, so dass die Aufbereitung zu Trinkwasser sehr kostspielig werden wird. Wie wird es um unsere Gesundheit wegen der zunehmenden Wirkungslosigkeit von Antibiotika stehen? – auch Allergien nehmen jetzt schon erheblich zu, Tierseuchen gefährden wegen der Massentierhaltung unsere Ernährung und die Umwelt, ganz zu schweigen davon, dass der Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere auf Feld und Wiese keine ausreichende Lebensgrundlage mehr bietet.

Wollen wir es soweit kommen lassen?

Wir erleben seit einigen Monaten, dass aus gleichgültigen Bürgern „Wutbürger“ werden, die sich öffentlich engagieren und nicht mehr einfach alles hinnehmen. Es wäre deshalb auch für den NABU Uelzen wünschenswert, mehr engagierte, helfende Mitglieder zur Mitarbeit zu gewinnen. Manche Aufgabengebiete können die jetzt Aktiven alleine einfach nicht mehr leisten.

Die Probleme, die z. B. im Zusammenhang mit der Landwirtschaft entstehen, dürfen uns aber nicht mutlos werden lassen. Es wäre deshalb sehr willkommen, wenn z. B. Mitglieder mit Erfahrung aus der bäuerlichen Landwirtschaft uns unterstützen würden, indem sie Ihr Wissen einbringen. Aber auch sonst gibt es genug Tätigkeitsbereiche, die nach Neigung gewählt und eigenständig oder im Team bearbeitet werden können. (z. B. : Biotoppflege) Der Vorstand hilft da gern weiter.

Nun zu den einzelnen Tätigkeitsbereichen:

Artenschutz

Erfolgreich sind unsere Bemühungen um den Kranichschutz. Seit 20 Jahren erleben wir einen stetigen Zuwachs der Brutpopulation. Durch Ausbau und Umbau von wieder zwei neuen Feuchtbiotopen im Kreis Uelzen zu Kranich Brutgebieten und Amphibien – Laichgewässern, wurde auch im Jahre 2010 mit finanzieller Unterstützung der BINGO Umweltstiftung diese Artenschutzförderung fortgesetzt.

Avifaunistische Arbeit

Der NABU Uelzen e. V. bietet allen Naturbeobachtern eine Informations- und Arbeitsbasis zu allen naturkundlichen Themen. Die Ornithologen arbeiten an Programmen der NOV und dem DDA zusammen (Datensammlungen u. a.)

Biotop- und Landschaftspflege

Unsere Biotope bedürfen auch der ständigen Pflege. Der Baumbestand um die Teiche in Molbath wurde stark gelichtet und ein Teil der Fläche gemäht. Gemäht wurden auch Flächen in Bruchwedel, Eimke und Oldenstadt.

Umweltbildung

Die Umweltbildung wird vom NABU Uelzen e. V. vor allem in unserer Naturerfahrungsstätte „NEST“ von einem Team betrieben.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit wird vom NABU Uelzen e. V. hauptsächlich durch

getätigt.

Kontakte zu anderen Verbänden, Behörden, Tagungen

Der Kontakt zu anderen Naturschutzverbänden und der Unteren Naturschutzbehörde wird regelmäßig durch den „Arbeitskreis Natur“ gewährleistet, dessen Sprecher Karl-Heinz Köhler ist. Er ist auch Mitglied des Umweltausschusses des Landkreises. Damit ist ein guter Informationsfluss möglich. Vorstandsmitglieder und enge Mitarbeiter nehmen an Tagungen des Landes- und Bundesverbandes und an Fortbildung teil. Der NABU Uelzen e. V. beteiligte sich auch am Ferienfreizeitprogramm in Uelzen und in Himbergen.

Stellungnahmen

Wir nehmen alleine und in Absprache mit den anderen Naturschutzverbänden Stellung zu Eingriffen in die Natur.
Leider geht die Entwicklung dahin, die Beteiligung der Naturschutzverbände immer mehr zu unterlaufen. Manche Eingriffe erfahren wir erst durch die Presse und können uns erst danach bemerkbar machen.

Im Zusammenhang mit der Planung der A 39 gab es einige Termine, die von Karl-Heinz Köhler und Michael Walke wahrgenommen wurden. Das Wissen um das Vorkommen des Ortolan und seine hohe Schutzbedürftigkeit hat einige Änderungen der Planung bewirkt.
Auch auf die Entwicklung des RROP haben wir Einfluss genommen.

Projekt: „Erlebnisraum Esterauniederung“

Das von der EU und Bingo-Lottostiftung geförderte Projekt, das vom Planungsbüro Lamprecht & Wellmann mit viel Einsatz und Kompetenz bearbeitet wird, hat von allen Beteiligten viel Geduld und Mühe wegen unendlicher Absprachen und behördlicher Verzögerungen gefordert. Auch die finanzielle Belastung fiel höher als erwartet aus.

Was aber sich daraus doch entwickelt ist beispielhaft. Wir können vom NABU stolz auf dieses Projekt sein. Im Sommer dieses Jahres wird es fertiggestellt sein.