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Kopfweiden und Weidezäune

Weidezäune schaffen Strukturen

Das Braunkehlchen hat alles im Blick. Hölzerne Weidepfähle bereichern die baumlosen Wiesenflächen und dienen vielen Vögeln als willkommene Sing- und Ansitzwarte. Im Pflanzengewirr unter den Koppelzäunen findet manches Braunkehlchennest ein sicheres Versteck. Wo Totholz selten ist, bieten Weidezaunpfähle teilweise Ersatz. Käfer leisten die Vorarbeit und bohren ihre Gänge in das Holz.

Einsiedler-Bienen, Wespen und andere Insekten folgen. Sie nutzen die Gänge als Brut- und Überwinterungsplätze. Die Erhaltung von Koppelzäunen - in Verbindung mit extensiv genutztem Grünland - dient der ökologischen Bereicherung der Landschaft.

Kopfweiden bieten wertvollen Lebensraum

Kopfweiden sind Zeugen alter Handwerkskunst. Jahrhundertelang wurden ihre Ruten zu Körben verflochten. Wie ein Besen ragt ihre Krone durch den regelmäßigen Schnitt in den Himmel. Neue Materialien haben die alte Nutzung verdrängt. Die Weiden werden kopflastig und ihre Bestände sind überaltert. Ohne Pflegeschnitt alle fünf bis zehn Jahre brechen die Bäume unter der Last ihrer Krone auseinander. Ein Lebensraum geht verloren.

Schleiereule, Steinkauz und Turmfalke, Gartenrotschwanz und andere Singvögel nisten in den hohlen Stämmen. Fledermäuse quartieren sich dort am Tag und im Winter ein. Dickstämmige Weiden zählen zu den insektenreichsten Pflanzen. Der Moschusbock ist nur einer unter hundert Käfern. Seine Larve bohrt ihre Gänge in das weiche Holz. Die Erhaltung, Pflege und Neuanlage von Kopfweiden hat eine landschaftsökologische und kultur- historische Bedeutung.