StartArtenschutz ▶ Artikel zum Artenschutz
1 2 3 4 6 8 10 11 >

Mi, 30. September 2020 – Landkreis Uelzen

Bestandssituation der Schleiereule im Kreis Uelzen

Die Schleiereule zählt wohl zu unseren schönsten heimischen Eulen. Sie hat ein weltweites, überwiegend tropisches Verbreitungsgebiet. Keine andere Eulenart hat sich so stark an den Menschen angeschlossen wie die Schleiereule. Sie brütet fast ausschließlich in von Menschen errichteten Gebäuden wie Kirchtürmen, Scheunen, Ruinen und anderen wenig belebten Gebäuden.

Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Mäusen. In mäusearmen Jahren spielen auch Kleinvögel eine größere Rolle im Nahrungserwerb. Als nachtaktiver Vogel relativ milder Klimabereiche jagt die Schleiereule vorwiegend auf Weiden und Wiesen insbesondere Wühlmäuse.

Bestandssituation der Schleiereule im Kreis Uelzen
Jahr Nistkästen in Orten Anzahl Kästen Bruten in Orten Anzahl der Bruten Erfolgreiche Bruten Zweitbruten Anzahl Junge Durchschn. Junge
2019 280 640 127 186 169 49 873 5,2
2018 280 640 47 52 43 0 147 3,4
2017 280 640 79 79 72 1 292 4,1
2016 280 640 76 81 75 2 312 4,2
2015 270 630 43 63 59 11 284 4,8
2014 265 620 10 15 15 4 86 5,7
2013 265 620 6 6 3 0 8 2,7
2012 265 620 42 52 50 19 303 6,1
2011 260 600 18 21 16 6 71 4,4
2010 175 580 17 18 17 7 88 5,2
2009 260 560 74 74 61 5 245 4,0
2008 250 540 123 133 115 0 359 3,1
2007 230 520 94 121 109 29 575 5,3
2006 227 480 26 26 24 0 109 4,5
2005 220 410 130 141 128 5 560 4,0
2004 210 380 60 80 73 20 400 5,5
2003 190 350 29 29 29 0 125 4,3
2002 175 310 79 81 79 0 262 3,3

Ihr Bruterfolg hängt vom Nahrungsangebot im Frühjahr bis Herbst ab und ihr Bestand von der Härte der Winter, da die Schleiereule als ortstreuer Standvogel nicht ausweicht. Sobald die Schneedecke über 7 cm hoch ist und längere Zeit liegen bleibt, wird es für diese schöne Eule schwierig zu überleben. Harte Winter wirken sich deshalb so gravierend aus, weil bis zu 90 % des Bestandes verhungern kann.

Im Gegensatz zu anderen Greifvögeln und Eulen kann die Schleiereule wenig Fettreserven speichern. Unter günstigen Bedingungen kann sich allerdings der Bestand auf Grund der starken Vermehrungsrate nach einigen Jahren wieder erholen.

Um in den Wintermonaten an ihre Hauptnahrung zu kommen, braucht die Schleiereule die dörflichen Gebäude. Diese Gebäude werden auch als Tages Schlafplätze und zur Unterbringung von Bruten genutzt. Deshalb ist es besonders wichtig, daß geeignete Gebäude Einflugmöglichkeiten bieten bzw. wenn diese vorhanden sind auch offen gehalten werden oder neu geschaffen werden.

Waldemar Golnik mit einer beringten Schleiereule
Waldemar Golnik mit einer beringten Schleiereule
Foto: Waldemar Golnik

Hauptfeinde der Schleiereulen, besonders für ihre Bruten, sind Marder und Katzen. Untersuchungen in den 70er Jahren zeigten einen alarmierenden Rückgang des Bestandes. Es wurde festgestellt das Schleiereulen in erster Linie durch Brutplatzmangel und Straßenverkehr gefährdet sind. Damit die Schleiereule nicht ausstirbt, muss ihr geholfen werden.

Um den Bestand der Schleiereule in unserer Region zu erhöhen und zu stabilisieren, haben der NABU Uelzen und andere interessierte Mitstreiter bis zum Frühjahr 2012 in ca. 265 Ortschaften des Landkreises Uelzen in Zusammenarbeit mit Landwirten und sonstigen Liebhabern dieser Eulen in deren Scheunen und sonstigen Gebäuden ca. 620 Brutkästen weitestgehend mardersicher angebracht.

Im Jahr 2019 fand erstmalig eine Drittbrut der Schleiereulen im Kreis Uelzen statt.

Außerdem brüteten in den Nistkästen insgesamt 88 Paare Turmfalken erfolgreich, 19 Paare Waldkäuze, 17 Paare Dohlen und auch 20 Hornissenvölker nutzten bevorzugt diese Kästen für ihre Bruten.

1 2 3 4 6 8 10 11 >

Zur Übersicht Artenschutz