Ökologisch leben » Naturverträgliche Ernährung

Naturschutz fängt auch mit der Ernährung an

Unbestritten wird die Industriealisierung der Landwirtschaft für den immer größer werdenden Verlust der Artenvielfalt in der Natur maßgeblich verantwortlich gemacht.

Der European Bird Census Council hat erschreckende Zahlen veröffentlicht: „Seit 1980 hat die Zahl der Vögel in der EU um 56 % abgenommen. Das erinnert an die Befunde zu den Insektenverlusten.“ (FAZ, 30.01. 2019)

Oder einmal nur an einer Vogelart deutlich gemacht: in den letzten 20 Jahren ist der Brutvogelbestand unserer heimischen Feldlerche auf ein Viertel gesunken! (NABU)

Das Schicksal vieler Arten und Lebensräume hängt von einer naturverträglichen Landnutzung ab. So leisten Landwirte, die Blühstreifen, Hecken und Nistbäume erhalten, später mähen oder auf Pflanzenschutzmittel verzichten, wichtige Beiträge für die Gesellschaft.

Diese Maßnahmen schmälern jedoch oft die Produktion und werden vom Markt nicht ausreichend honoriert und bedrohen so die Existenz heimischer Bauern.

Was können wir als Verbraucher tun, dass mehr Landwirte existenzsichernd ökologisch wirtschaften können?

Ein wichtiger Bereich der Landwirtschaft ist die Fleischerzeugung. Damit kommt die konventionelle Nutztierhaltung in die Kritik.

Um das „Tierwohl“ wird gestritten und es erscheinen immer mehr Qualitäts – Label auf dem Markt und schaffen eher Verwirrung.

Kreislandwirt Thorsten Riggert sieht die Bauern wegen des Verbraucherverhaltens (z. B. beim Kauf von Billig-Fleisch) in der Zwangslage, Nutztiere in großer Zahl auf kleinstem Raum zu halten. „99,6 % der Verbraucher kauften konventionell erzeugtes Fleisch. Das ist die „Verlogenheit der Gesellschaft“, ärgert sich Riggert.“ (AZ vom 18.03.2014)

Deshalb auch die NABU Forderung: mehr EU-Fördermittel für ökologisch wirtschaftende Landwirte um konkurrenzfähig zu sein !

mehr zum Thema unter:

Informationen zu Tierhaltung und Fleischkonsum beim NABU-Bundesverband

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/essen-und-trinken/fleisch/index.html

Wollen wir als Verbraucher aber weiter ein Teil des Problems oder der Lösung sein?

Wir können alle etwas ändern!

Das fängt schon beim Fleischeinkauf an!

Da der Verbraucher Angebot und Nachfrage im Wesentlichen mitbestimmt, könnte er auch einen größeren Einfluss auf die Art und Weise der Produktion von Nahrungsmitteln haben.

Hilfreich könnte ihm die Einführung von leicht verständlichen Qualitäts–„Labeln“ sein. Durchschauen Sie den derzeitigen Wirr-Warr und machen Sie den

NABU – Label -Check unter:

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/essen-und-trinken/bio-fair-regional/labels/16627.html

Das Verhalten beim Fleischkauf hat sich bei vielen Verbrauchern leider dahin gehend entwickelt, dass möglichst billig eingekauft wird.

Fleisch ist aber ein wertvolles Lebensmittel, das fachgerecht nicht billig erzeugt werden kann! Sonst müssen Tiere unter unwürdigen bis zu skandalösen Lebensumständen in ihrer kurzen Lebenszeit leiden.

Die Medien weisen immer wieder auf Missstände in der Tierhaltung hin, weil „Schwarze Schafe“ unter den Bauern das Vertrauen in die Fleischproduktion zerstören.

Wer wiederholt die leidenden Tiere im Fernsehen gesehen hat, dem dürfte kein Billigfleisch mehr schmecken. Der wird nach Quellen von Qualitätsfleisch aus tiergerechter Haltung suchen oder gar Vegetarier oder Veganer werden.

Viele Bürger haben das Geld, um qualitätsbewusster einzukaufen. Die Vermeidung von Mehrausgaben ist sogar auch für die „sparsame Hausfrau“ leicht durch den Einkauf geringerer Mengen Fleisch zu erzielen. Der Gesundheit wird es allemal gut tun.

Dann könnte der Kauf von Fleisch aus tiergerechter Haltung im nahen Wohnumfeld nicht nur dem Tierwohl dienen, sondern auch viel zur Rentabilität der regionalen bäuerlichen Betriebe beitragen.

Der NABU Uelzen hilft deshalb auf seiner Internetpräsenz Anbieter für den Einkauf von Fleisch aus tiergerechter Haltung im Landkreis Uelzen zu finden.

Hier einige Anbieter von Fleisch aus tiergerechter und regionaler Haltung:

Hinweis: Diese Seite ist eine Orientierungshilfe und befindet sich in der Erprobungsphase, die der NABU ohne finanziellen Selbstzweck anbietet. Weitere Anbieter können sich beim NABU melden.

Peter Block, Tel. 0581-73977, block@nabu-uelzen.de